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Dispersionsdynamik von Widderchen zwischen verinselten Kalkmagerrasen in Süddeutschland unter besonderer Berücksichtigung von Naturschutzaspekten

— Fang-Markierung-Wiederfang-Untersuchung im Gelände —


 

Die verstreut im Untersuchungsgebiet liegenden Widderchenbiotope wurden über die gesamte Flugzeit in zweitägigem Rhythmus und einer zufällig wechselnden Reihenfolge bearbeitet. Dadurch war eine möglichst kurze, für die vollständige Durchmischung markierter mit nicht markierten Widderchen dennoch ausreichende Zeitspanne zwischen den Wiederfang-Stichproben gewährleistet. Methodische Fehler wurden durch die festen Untersuchungsintervalle und die zufällige Bearbeitungsabfolge der Flächen minimiert. Die Suche nach adulten Widderchen erfolgte bei konstanter Suchzeit systematisch in 3-5 m breiten Streifen in langsamen Schritt. Die gefangenen Widderchen wurden nach der Markierung bzw. Datenaufnahme unmittelbar an der gleichen Stelle wieder freigelassen. Bei der Markierung wurden die individuenspezifischen Daten in spezielle vorgefertigte Markierungsbögen, beim Wiederfang entsprechend in spezielle Wiederfangbögen eingetragen. Neben Rubriken wie Art, Markierungscode, Herkunftsort, Datum, Uhrzeit und Wetterdaten wurden auch individuelle Informationen zum Geschlecht, Flügelzustand, Milbenbesatz, Geselligkeit, genauer Fundort auf der Untersuchungsfläche, Lichtverhältnisse, Sitzplatz bzw. Art, Höhe und Farbe der besuchten Blüte, sowie das Verhalten des Widderchens notiert. Zur effektiven Durchführung der Freilandarbeiten waren zu jeder Rubrik mehrere gängige Möglichkeiten vorgegeben, die auf den Bögen nur noch angekreuzt werden mußten. Die auf diese Weise gesammelten Datensätze (über 3400) wurden mit einem PC ausgewertet.

Abb. 3a: Lage und Terminologie der roten Flügelmakel bei Widderchen (TREMEWAN 1985), die als Code-Punkte bei der Markierung verwendet wurden. Bei der Markierung der Tiere wurde, für beide Flügel separat, jedem Flügelmakel ein Wert des Binärsystems zugeordnet. Makel Nr. 1 erhielt den Wert 1, Makel Nr. 2 den Wert 2, Makel Nr. 3 den Wert 4, u.s.w., Makel Nr. 6 den Wert 32. Die linke Flügeloberseite codierte den Markierungstag, die Rechte die Individuen Nr.

fig. 3a: Terminology of red forewing spots on the upper wings of burnet moths after TREMEWAN 1985, that were used as coding points for marking. A power of the binary system was assigned to each forewing spot, with a seperate series for the left and right wing. Forewing spot No. 1 thus designated a value of 1, spot No. 2 a value of 2, spot No 3 a value of 4 and so forth, forewing spot No. 6 finally having a value of 32. The left wing coded the day of marking, the right one the number of the individual.

Abb. 3b: Unterseite eines Widderchens mit der verwendeten Ortscodierung. Für jede Untersuchungsfläche war eine zuvor definierte Markierungsstelle auf der Hinterflügelunterseite vorgesehen, Fläche 6 wurde durch Doppelbelegung der Punkte für Fläche 3 und 4, Fläche 1 durch Nichtmarkierung festgelegt. a und b: Beispiel einer Markierung: das abgebildete Tier trägt die Code Nr. 9/22/3, das 22. Individuum vom 9. Markierungstag, das auf Fläche 3 markiert wurde.

fig. 3b : Underside of a burnet moth showing the location code. Each habitat patch studied was indicated by a point on the underwing. Patch 6 was indicated by marking both points 3 and 4, patch 1 by no marking.

a and b: Example: This individual carries the code No. 9/22/3, i.e. is the 22nd individual marked on the 9th day in patch 3.

     

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