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Dispersionsdynamik von Widderchen zwischen verinselten Kalkmagerrasen in Süddeutschland unter besonderer Berücksichtigung von Naturschutzaspekten

— Wandel einer traditionell bewirtschafteten Kulturlandschaft —


Die Auswertung alter Flurkarten aus den Archiven verschiedener Vermessungsämter hinsichtlich der Landnutzungsgeschichte ergab, daß zu Beginn des 19. Jahrhunderts rund 14% der auf den Karten in den Abb. 4 a, b, c dargestellten Fläche im Raum Schelklingen mit Kalkmagerrasen bedeckt waren. In den darauffolgenden 130 Jahren schrumpfte dieser Anteil auf ca. 5%. Heute sind es nur noch ca. 0,7%, dies bedeutet einen 95% igen Rückgang der Kalkmagerrasen in ihrer ursprünglichen Ausdehnung von 1821. Der negativen Bestandsentwicklung der Kalkmagerrasen stehen eine Zunahme der Waldfläche durch natürliche Sukzession und Aufforstung, Flächenumwandlung zu Ackerland, das Wachstum von Städten und Dörfern und eine Ausdehnung von Steinbruchflächen gegenüber. Aufgegebene, sich selbst überlassene Steinbrüche entwickelten sich dagegen nach Nutzungsaufgabe zu artenreichen Trockenstandorten (BÖHMER et al. 1995), (Abb. 4 a, b, c, siehe Steinbruch Sotzenhausen; Abb. 8a, b,). Da die untersuchten Widderchenarten aufgrund wegen ihrer Stenökie eng an Kalkmagerrasen gebunden sind, ist ihre Lebensraumsituation direkt mit der historischen Entwicklung von Kalkmagerrasen verbunden.

Abb. 4a, b, c: Historische Entwicklung der Landnutzung im Untersuchungsgebiet im Zeitraum von 1821 bis 1991.

fig. 4abc: Historical development of land uses in the study area from 1821 to 1991.

      

 


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